Downgrade? Heidelberger Uni fürchtet um Exzellenz

Wie geht es jetzt weiter?

Downgrade? Heidelberger Uni fürchtet um Exzellenz 28/04/20191 Comment

Nach dem Bluttest-Skandal an ihrer Universitätsklinik sorgt sich die Heidelberger Universität um ihren Exzellenzstatus. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.). Der Sprecher des Ombudsgremiums für Wissenschaft bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Stephan Rixen, sagte der F.A.S.: „Zur Exzellenz gehört die exzellente Aufklärung möglichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens.“ Er fügte hinzu, solange die Universitätsklinik nicht alle Details geklärt habe, dürfe man die Vorwürfe aber auch nicht „zum Indikator für die fehlende Exzellenz einer ganzen Universität“ machen. Es müsse jetzt rasch geklärt werden, ob die Standards wissenschaftlicher Praxis missachtet worden seien – und wenn ja, wer dafür die Verantwortung trage, so Rixen in der F.A.S.

Die F.A.S. berichtet, dass der Klinikvorstand am Montag der zu 90 Prozent dem Klinikum gehörenden Technologietransfer-Gesellschaft TTH vorschlagen könnte, ihre Beteiligung an Heiscreen zu veräußern. Der Schritt könnte die Insolvenz der Bluttestfirma zur Folge haben, falls kein neuer Investor gefunden werden sollte, so die F.A.S.

Klinikgeschäftsführerin Irmtraut Gürkan sagte der F.A.S. außerdem, für den Wechsel des Investors bei Heiscreen Ende 2017 habe es keinen Anlass gegeben: „Fachliche oder sachliche Gründe für einen Investorenwechsel gab es nicht.“ Bei dem Wechsel wurde ein chinesisches Pharmazieuternehmen verdrängt durch den umstrittenen und vorbestraften Immobilienunternehmer Jürgen Harder, einen Freund des Direktors der gynäkologischen Klinik in Heidelberg, Christof Sohn.

Hintergrund: Ende Februar hatte die Universitätsklinik angekündigt, einen Bluttest entwickelt zu haben, der eine Brustkrebs-Früherkennung möglich mache. Das erwies sich als Falschmeldung, die Klink musste sich entschuldigen. Heiscreen sollte den Test vertreiben.

One comment

Comments are closed.